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50 Jahre Sommerbad Wieren

50 Jahre Sommerbad in Wieren

10 Jahre "Aktion Sommerbad Wieren"

 

Die Entstehung und Entwicklung  der

"Aktion Sommerbad Wieren" (ASW)

Von einer Interessengemeinschaft zum eingetragenen Verein als Badbetreiber

2000 Im Mai 2000 gab es die Gerüchte, dass die Sommerbäder der Samtgemeinde Wrestedt in Stadensen und Wieren geschlossen werden sollten. Die AZ titelte: „Ein wenig sah es nach Abriss aus.“ Samtgemeindedirektor Harald Benecke dementierte und garantierte die Öffnung für die Saison 2000. Allerdings werden beide Bäder an einem Wochentag (montags in Wieren, dienstags in Stadensen) geschlossen.

Auf einem Stammtisch des Arbeitskreises Handwerk, Handel und Gewerbe in Wieren, der sich mit der Infrastruktur in Wieren beschäftigte, wurde im Frühjahr 2000 beschlossen, die „Aktion Sommerbad Wieren“ (ASW) zu gründen. Am 16. April 2000 fand dann die Gründungsversammlung statt. 1. Vorsitzender wurde Peter Eberle, sein Stellvertreter Eckhard Hinrichs und Kassenwartin Birgit Weissert. In der Satzung heißt es zum Zweck u.a.: „Die Interessengemeinschaft verfolgt das Ziel zur dauerhaften Existenzsicherung des Freibades Wieren beizutragen.“

Am 9. Juli 2000 wurde „40 Jahre Sommerbad Wieren“ mit einem umfangreichen Programm der ASW im Rahmen des 5. Schwimmfestes des TuS Wieren gefeiert.

Ende 2000 wurde Norbert Brandes Vorsitzender der ASW mit 350 Mitgliedern.

Die Samtgemeinde Wrestedt (SG) stellt am Jahresende Überlegungen zur Zukunft beider Bäder an. Am 24.2.2000 wurde die „Interessengemeinschaft Sommerbad Stadensen“ (ISO) gegründet.

2001 Am 10.1. 2001 fand im Schützenhaus in Kallenbrock eine gut besuchte Informationsveranstaltung der SG statt. Die ASW zählte in einem 10-seitigen Schreiben an die SG die Gründe für den Erhalt des Sommerbades auf und machte Vorschläge zur Neuausrichtung. Entrüstung bei den ASW-Mitgliedern nach der SG-Sitzung am 30.1. in Kallenbrock. Das Stadenser Bad soll ab 2002 in privater Trägerschaft erfolgen. Im Beschluss hieß es u.a. weiter: „Das vorgelegte Konzept der ASW ist zu vage und wenig konkret... ab der Saison 2002 wird das Angebot zwecks Kosteneinsparung im Sommerbad drastisch reduziert werden müssen.“

Dennoch, die ASW war nur kurz geschockt und führte dann auch 2001 viele Aktionen durch, machte Vorschläge zur Kostenreduzierung und Erhöhung der Einnahmen. So wurden zusätzlich Dauerkarten verkauft, der Kassendienst organisiert, ein Frühlingsball durchgeführt, eine Pumpe für das Kinderbecken und Basketballständer angeschafft. Die ASW hatte 398 Mitglieder. Uwe Kufner wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.

2002 Die ASW verstärkt die Aktivitäten, so wurde jetzt auch die „Aktion Ferienspaß“ von Caren Hinz angeboten, denn in Wieren gibt es kein Jugendzentrum. Der Spielplatz wurde erstellt. Das Mittsommernachtschwimmen wurde erstmals durchgeführt. Aquajogging wurde angeboten. Zum Abschluss der Saison fand im Sommerbad der Familiengottesdienst der Kirchengemeinden Wieren und Lehmke statt. Schwimmmeister Gerd Latzko wechselte nach der Privatisierung in Stadensen nach Wieren.

Das Rohrsystem für die Wasserzuleitung war marode. Die ASW organisierte die erforderlichen Erdarbeiten unter tatkräftiger Mithilfe des Vorsitzenden des TuS Wieren, Helmut Drieselmann. Vor dem Schwimmbecken waren tiefe Gräben ausgehoben und hohe Erdwälle türmen sich auf.

2003 Der Winter verhinderte zunächst den Weiterbau der Zuleitung zum Schwimmbecken. Mit vielen Eigenleistungen der ASW-Mitglieder erstrahlten aber pünktlich zum Saisonstart am 10.5. die Außenanlagen in frischem Glanz. Aktionen wurden durchgeführt und die Unterstützung der SG wurde in vielen Bereichen fortgesetzt. Rolf Fricke wurde als 2. Vorsitzender Nachfolger von Eckhard Hinrichs. Ein Beachvolleyballfeld wurde erstellt. Die Landjugend Wieren sanierte im Rahmen einer „78-Stunden-Aktion“ den Quellteich. Bei der von der ASW initiierter Namensgebung votierte die Mehrheit der Bürger für „Sommerbad Wieren“.

2004 Alles verlief in den bekannten Bahnen, schon fast normal waren die vielen Veranstaltungen und Aktivitäten der ASW. Die Kosteneinsparung für die SG durch Übernahme des Kassendienstes und der Blumenpflege war beachtlich. Neu entstand eine kleine ASW-Bücherei für Leseratten. Diverse Schwimm- und Gewöhnungskurse –auch für Erwachsene- wurden angeboten und angenommen.

Am 13.12. platzte dann eine „Bombe“. Damit die SG Wrestedt „Bedarfszuweisungen“ des Landes erhält, ist das Sommerbad Wieren von der Schließung bedroht. ASW-Mitglieder verstanden Äußerung wie „Der Ruck ist nicht da.“, „Das Engagement reicht nicht aus.“, „Ende mit Schrecken.“ des SG-Bürgermeisters Benecke nicht. Viel Porzellan ist dabei wohl zerschlagen worden.

2005 „Jetzt erst recht“, so ging die ASW dieses Jahr an. Nach dem Schock der Androhung der Badschließung wurde verhandelt. Beim Gemeinderechnungstag im Februar schlugen die Wogen nochmals hoch. Am Ende stand aber ein Kompromiss, der der ASW nicht leicht viel. In einer Zielvereinbarung mit dem Land Niedersachsen erklärte die SG, dass für die nächsten 5 Jahre nur noch ein jährlicher Zuschuss für das Sommerbad Wieren gezahlt und die ASW das Bad in Eigenregie betreibe. Ein schwerer Schritt für die ASW und doch wurde am 1. Juli aus der Aktion ein eingetragener Verein, der mit der SG Verträge schließen konnte. Der Initiativenvorstand blieb auch der Vereinsvorstand. Uwe Kufner führte auch die ASW e.V. mit einem noch erweiterten Vorstand. Zum Jahresende wurden 499 Mitglieder gezählt. Am 10. Dezember wurde dann der Nutzungsvertrag mit der SG geschlossen: „Die ASW e.V. betreibt das Sommerbad in Wieren in eigener Regie.“

Und das nötigte fast allen SG-Ratsherren und dem SG-Bürgermeister Respekt ab. Trotz der drohenden Schließung erhöhten die ASW-Mitglieder ihren ehrenamtlichen Einsatz. Neben dem kompletten Kassendienst wurde auch die Reinigung in ehrenamtlicher Arbeit erledigt und Rettungsschwimmer übernahmen Wasseraufsicht. Eine Sponsorenwand vor dem Sommerbad verdeutlichte auch das Engagement vieler Gewerbebetreibe. Die vielen Veranstaltungen liefen unverändert über die Bühne und wurden noch erweitert. Mit der Bemerkung: „Hut ab vor der ASW“ schlossen auch SG-Bürgermeister Benecke und die ASW wieder „Frieden“.

2006 Die neue Aufgabe als Badbetreiber verursacht sehr viel zusätzliche Arbeit. Insbesondere erforderliche Personalentscheidungen, steuerliche und haftungsrechtliche Fragen galt es zu beachten, Finanzpläne mussten erstellt werden und die üblichen Aktivitäten sollten auch noch weiter gehen.

Vor der ASW e.V. und allen Freunden des Sommerbades in Wieren lagen große Aufgaben. Mit dem „Wir-Gefühl für das Sommerbad“ ging es in die erste Saison in Eigenregie der Aktion Sommerbad Wieren.

Mit Nicole Gödeke und Nina Both gab es zwei neue Schwimmmeisterinnen und die Öffnungszeiten wurden ausgedehnt (7-20 Uhr), mehrere Schwimm- und Aquajoggingkurse wurden gut angenommen. So kamen rd. 32.000 Besucher, Kassen- und Reinigungsdienst wurden vollständig ehrenamtlich ausgeführt, dazu kamen noch viele Stunden ehrenamtlicher Beckenaufsicht. Insgesamt waren 5.300 Stunden (umgerechnet 84.000 Euro) ehrenamtliche Arbeit geleistet. Die ASW ist zu einem kleinen Wirtschaftsunternehmen mit 148 Tausend Euro Umsatz geworden. Für die Bewirtschaftung der Terrasse fand sich ein Betreiber (Familie Sumpf vom Gasthaus „Alt Wieren“) und ein Name („KiWi).

Die durchgeführten Veranstaltungen waren rekordverdächtig, vom Flohmarkt vor der Saisoneröffnung, dem Beachvolleyballturnier zum Anschwimmen mit Lifemusik am Abend, Popkonzert der Musikschule, Sommernachtschwimmen, Haarschneideaktion, Aktion Ferienspaß, Schwimmfest bis hin zum Familiengottesdienst zum Abschwimmen.

2007 Die große Herausforderung im zweiten Jahr des Badbetriebes in Eigenregie der ASW war der Einbau einer neuen Filteranlage mit Kosten von immerhin rd. T€ 65. Viele Eigenleistungen wurden erbracht und eine groß angelegte Spendenaktion brachte von mehr als 100 Spendern über T€ 20. Dazu kamen trotz des verregneten Sommers viele verkaufte Dauerkarten. Trotz vieler technischer Probleme konnte die Saison pünktlich am 12. Mai beginnen. Schon der Saisonauftakt verregnete und das Beachvolleyballturnier musste sogar verlegt werden. Wenig Glück hatte die ASW auch bei den weiteren Veranstaltungen (u.a. Sommernachschwimmen, Schwimmfest, Raus aus der Schule – rein ins Sommerbad, Abschwimmen) es war kühl oder es regnete. Trotzdem kamen rd. 26.000 Besucher in das Sommerbad. Mit dem von der Landjugend in der 72-Stunden-Aktion erstellten „Sinneswandelpfad“ hat das Freibad eine weitere zusätzliche Akttraktion. Neu ist auch, dass eine Flagge der ASW während der Saison über dem Sommerbad weht.

2008 Erstmals wurde die Saison verlängert. Das Bad wurde bereits am 26.April eröffnet. Allerdings spielte das Wetter nicht mit. Der erforderliche Anstrich des Beckenbodens erfolgt erst im April und das Wasser in der Aue war zur effektiven Nutzung der Wärmepumpe zu kalt. „Brr“, zum Anschwimmen nur 16°C Wassertemperatur. Selbst NDR1 - Radio Niedersachsen war die Saisoneröffnung vor allen anderen Freibädern eine Sendung wert.

Gesponserte neue Shirts für die Aufsichtskräfte, renovierter Holzwegweiser, teilweise erneuerter Zaun, Sonnensegel für das Kinderbecken und ein vom Arbeitskreis Handwerk, Handel und Gewerbe gesponserter Defibrillator (bisher zum Glück noch nicht eingesetzt) waren nur einige der ehrenamtlichen Highlights. Flohmarkt, Beachvolleyballturnier (5. Wieren open) mit dem Fest „Sommer Sand und mehr ….“, „raus aus der Schule, rein ins Bad“, 13. Schwimmfest des TuS Wieren, erstmalig „Action und relaxen“ mit Haarschneideaktion und der traditionelle Familiengottesdienst auf der Liegewiese waren die wichtigsten Veranstaltungen. Schwimmkurse und Aquajogging wurden angeboten. Scheinbar ein ganz „normales“ Jahr. Aber am 8. Sept. dann „Gasalarm“ mit Großeinsatz der Feuerwehr. Ammoniak war an der Wärmepumpe ausgetreten. Das Sommerbad wurde vorzeitig geschlossen. Bei der Helferdankschönparty überbrachte der Windkraftbauer „get-project“ einen 25.000-€-Scheck für einen Kindermatschbereich. Doch noch ein versöhnlicher Saisonabschluss. Auch das kann auf der Habenseite verbucht werden: 28.000 Besucher und dank der Zusammenarbeit mit der Grundschule lernten über 100 Kinder im Sommerbad Wieren das Schwimmen.

2009 Im März beginnen die Arbeiten für den Kinder-Matschbereich, am 4. Juli ist alles fertig und die Einweihung wird gefeiert. Erstmals kann auch ein „Aquatrampolin“ genutzt werden. Planmäßig wurde das Bad am 25. April geöffnet und nach der Rekordöffnungszeit von 148 Tagen erst am 19. Sept. geschlossen. Nina Both ist die verantwortliche Fachkraft. Mehrere Aushilfen werden zusätzlich beschäftigt, darunter auch Gerd Latzko. Die Fassade des Gebäudes schmücken jetzt fünf großformatige Kunstwerke der Malerin Beatrice Höhner. Die Dorffestgemeinschaft und der Arbeitskreis Handwerk, Handel und Gewerbe sponserten diese „Kulturaktion“. Flohmarkt, Beachvolleyballturnier, Schwimmfest, „raus aus der Schule, rein ins Bad“, Sommernachtschwimmen, Familiengottesdienst und Ab(klamotten)schwimmen mit Helferdankparty, das waren einige wichtige Veranstaltungen. Das Frühstück am Sonntag auf der KiWi-Terrasse erfreute sich zunehmender Beliebtheit.

Die Zusammenarbeit mit der Grundschule Wieren ist erfolgreich. 90% der Schüler haben ein Schwimmabzeichen.

Keine Saison ohne Überraschungen. Mitten im Hochbetrieb im August lösten sich Wandfliesen und fielen ab, aber der Betrieb konnte ohne Einschränkungen fortgesetzt werden. Im Oktober wurden dann die Fliesen an zwei Seitenwänden abgeschlagen und mit den Vorbereitungen für das Anbringen neuer Fliesen begonnen. Regen und niedrige Temperaturen verhinderten aber, dass die Arbeiten abgeschlossen werden. Die ASW bleibt also nie vor baulichen Überraschungen sicher. Aber das Sommerbad Wieren ist ja auch schon 49 Jahre alt. Die Wehwehchen kommen halt.

Zum Jahresende noch eine Erfolgsmeldung: Mit der Samtgemeinde Wrestedt ist der Überlassungsvertrag und auch der Betriebskostenzuschuss für weitere 10 Jahre vereinbart worden.

Zum Jahresende aber auch noch eine Schreckensmeldung: Die Heizungsanlage (Wärmepumpe bzw. Wärmetauscher) sind „abgängig“ und nicht mehr zu reparieren.

2010 Das Sommerbad Wieren gibt es seit 50 Jahren (24.7.), die Aktion Sommerbad Wieren (ASW) seit 10 Jahren (16.4.) und die ASW-als e.V.- betreibt das Sommerbad im 5. Jahr in Eigenregie.

Die Fliesen werden an zwei Seitenwänden erneuert und das Wasser im Bad wird in der Saison zunächst mit einer mobilen Heizungsanlage erwärmt. Wegen dieser Arbeiten kann die Saison erst am 16. Mai beginnen. Nina Both ist weiterhin die verantwortliche Fachkraft.

 


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